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London

Bevor unser eigentlicher Roadtrip durch England begann, verbrachten wir zwei Tage in London. Und obwohl London eine Millionenmetropole ist, hat die Stadt etwas, das wir so bisher kaum irgendwo erlebt haben. Zwischen den modernen Gebäuden wird die Geschichte bis heute gelebt. Die alten Backsteinhäuser, die schwarzen Taxis, die königlichen Paraden und die Soldaten in ihren traditionellen Uniformen verleihen der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre. Es fühlt sich an, als würde die Zeit hier ein kleines bisschen langsamer vergehen. Genau das liebe ich an London – diese Mischung aus Großstadt und Geschichte, die einen sofort entschleunigt.

Westminster Bridge

Unser Wecker klingelte früh, denn wir wollten London erleben, bevor die Stadt erwacht. Übernachtet haben wir in Paddington, von wo aus man mit der U-Bahn in kürzester Zeit mitten im Zentrum ist. Unser erster Weg führte direkt zur Westminster Bridge. Von hier hat man wohl den schönsten Blick auf das Parlament und den Elizabeth Tower mit dem berühmten Big Ben. Als wir dort ankamen, gehörte dieser Anblick fast nur uns. Nur vereinzelt liefen Jogger über die Brücke, während London langsam erwachte. Genau diese ruhigen Morgenstunden machen den Ort so besonders. Danach ließen wir uns einfach treiben und schlenderten ohne Plan durch die Straßen – eine der schönsten Möglichkeiten, London zu entdecken.

Natural History Museum

Das Natural History Museum war für mich eines der absoluten Highlights der Stadt. Besonders beeindruckt hat mich, dass der Eintritt kostenlos ist. Ich finde, genau so sollte Kultur für jeden zugänglich sein – etwas, das es in Deutschland leider viel zu selten gibt. Schon die Eingangshalle mit dem riesigen Walskelett ist überwältigend. Als jemand, der früher unbedingt Archäologin werden wollte, war dieses Museum ein absoluter Traum. Dinosaurier, Fossilien und unzählige Ausstellungen machen es zu einem Ort, an dem man problemlos mehrere Stunden verbringen kann. Ein Museum wie in dem Film „Nachts im Museum“, es war als würde man in eine andere Welt eintauchen. Das Gebäude ist atemberaubend schön und ein wahrer Blickfang von innen mit den Steintreppen und den aufwändig verzierten Bögen. Schaut wenn ihr darin seid mal genau auf die Baukunst, an den Säulen sind sogar die gemeißelten Knochen  zu erkennen und kleine Äffchen die daran hinaufsteigen. Technisch gesehen ein wahres Meisterwerk aber auch für die Augen ein wahres Spektakel.  

Mayfair

Mayfair gehört wohl zu den elegantesten Vierteln Londons. Breite Straßen, wunderschöne historische Gebäude und gepflegte Plätze verleihen dem Stadtteil eine ganz besondere Atmosphäre. Hier reiht sich eine luxuriöse Boutique an die nächste, ohne dabei übertrieben zu wirken. Es macht einfach Spaß, durch die Straßen zu laufen und die beeindruckende Architektur auf sich wirken zu lassen.

Soho

Soho ist das komplette Gegenteil von Mayfair und genau deshalb so spannend. Hier pulsiert das Leben zwischen kleinen Gassen, Theatern, Bars und Restaurants. An jeder Ecke entdeckt man etwas Neues und überall herrscht eine ganz besondere Energie. Gerade am Abend wird Soho zu einem der lebendigsten Viertel Londons, doch auch tagsüber lohnt sich ein Spaziergang durch die vielen kleinen Straßen.

Tower Bridge

Die Tower Bridge gehört für mich zu den schönsten Brücken der Welt. Besonders empfehlen kann ich den kleinen Kieselstrand direkt am Fuß der Brücke.Folgt auf der Südseite der Tower Bridge einfach den blauen Foreshore-Schildern verlasst die Brücke am Ende über die kleinen Treppen und dann gelangt ihr links an einen kleinen Durchgang hinunter zum Weg – bei Ebbe gelangt ihr so auf den kleinen Kieselstrand, von dem ihr die wohl schönste Perspektive auf die Tower Bridge habt.

 Von dort hat man einen fantastischen Blick von unten auf die gewaltige Brücke – einer der schönsten Fotospots in ganz London. Gerade bei Ebbe entsteht hier eine Perspektive, die viele Besucher gar nicht kennen.

Chinatown

Chinatown hat uns sofort begeistert. Die Straßen sind wunderschön dekoriert, überall hängen rote Laternen und die vielen chinesischen Tore verleihen dem Viertel eine unglaublich authentische Atmosphäre. Fast überall findet man kleine Restaurants und Streetfood-Stände mit den verschiedensten Gerichten. Lediglich eines hätte ich mir noch gewünscht: ein paar mehr traditionelle Geschäfte. Trotzdem gehört Chinatown definitiv zu den Vierteln, die man bei einem Besuch in London nicht auslassen sollte.

Hyde Park

Ehrlich gesagt hat mich der Hyde Park nicht ganz überzeugt. Natürlich ist es schön, mitten in einer Millionenstadt so viel Grün zu haben, allerdings lagen während unseres Besuchs viele umgestürzte oder abgestellte Baumstämme herum, wodurch der Park etwas ungepflegt wirkte. Dazu kamen die vielen Touristen, wodurch bei uns leider nicht die Ruhe aufkam, die wir uns erhofft hatten. Vielleicht hatten wir einfach nicht den besten Zeitpunkt erwischt.

Notting Hill

Notting Hill ist genau so, wie man es sich vorstellt. Kleine Straßen, bunte Häuserfassaden und überall liebevoll gestaltete Eingänge. Es macht einfach Spaß, ohne Ziel durch das Viertel zu schlendern und die vielen Details zu entdecken. Gerade Fotografen kommen hier voll auf ihre Kosten auch wenn die Straße mit den bunten Häusern oder die Einkaufsstraße nicht ewig lang ist. 

Wachablösung am Buckingham Palace

Die Wachablösung am Buckingham Palace gehört natürlich zu den Klassikern Londons. In der Regel findet sie gegen 11 Uhr statt (an den meisten Montagen, Mittwochen, Freitagen und Sonntagen – ein Blick auf den aktuellen Plan lohnt sich jedoch immer). Als wir dort ankamen, war bereits ein riesiger Menschenandrang. Wir blieben nur kurz stehen und schauten uns das Spektakel an, bevor wir weiterzogen. Für unseren Geschmack war es einfach zu voll. Der große Vorteil: Während sich fast alle Besucher hier versammeln, werden viele andere Sehenswürdigkeiten in dieser Zeit deutlich leerer.

Londons Skyline

Was London für uns so besonders macht, ist der starke Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Auf der einen Seite stehen geschichtsträchtige Bauwerke wie der Elizabeth Tower mit dem Big Ben oder das Parlament, die seit Jahrhunderten das Stadtbild prägen. Nur wenige Straßen weiter ragen plötzlich moderne Wolkenkratzer wie The Shard, The Gherkin oder 22 Bishopsgate in den Himmel. Trotzdem wirkt dieser Gegensatz überhaupt nicht störend – im Gegenteil. Die historische Architektur und die moderne Skyline ergänzen sich auf eine beeindruckende Weise und verleihen London einen ganz eigenen Charakter. Genau diese Mischung macht die Stadt für uns so faszinierend und sorgt dafür, dass man hinter jeder Straßenecke wieder etwas Neues entdeckt.

Restaurantempfehlungen

Kulinarisch hat uns besonders das ROE Restaurant begeistert. Wer etwas gehobener essen möchte, ist hier genau richtig. Die Gerichte waren hervorragend, das junge Personal unglaublich freundlich und die Atmosphäre sehr entspannt. Reservieren solltet ihr allerdings unbedingt im Voraus.

Für den kleinen Hunger können wir außerdem die Pie Hole empfehlen. Die traditionellen englischen Pies waren richtig lecker und gehören für uns bei einem London-Besuch einfach dazu.

Crossrail Place Roof Garden

Der Crossrail Place Roof Garden ist für uns einer der schönsten Geheimtipps Londons. Anders als beim bekannten Sky Garden benötigt ihr hier keine Tickets oder Reservierung, sondern könnt jederzeit kostenlos hineingehen. Der Sky Garden ist zwar auch kostenlos doch ohne Ticket kommt ihr dort nicht rein und das müsst ihr im Voraus buchen, denn wie wir bekommt ihr ansonsten am selben Tag keine Tickets mehr.

Kaum betritt man den Garten, scheint der Trubel der Millionenstadt plötzlich verschwunden zu sein. Zwischen exotischen Pflanzen, kleinen Wegen und gemütlichen Sitzplätzen hört nichts mehr vom Verkehr. Für einen Moment fühlt es sich an, als wäre man innerhalb weniger Sekunden vom Herzen Londons in einen kleinen Park auf dem Land gereist. Gerade weil sich hier nur wenige Touristen verirren, konnten wir die Ruhe besonders genießen – für uns ein echtes Highlight und ein kleiner Geheimtipp, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Tipp für die öffentlichen Verkehrsmittel

Für die öffentlichen Verkehrsmittel in London können wir euch Tap & Go nur empfehlen. Kauft euch gar kein Ticket, sondern haltet einfach euer Handy oder eure Kreditkarte an die Schranke – genau dort, wo normalerweise auch die Fahrkarte gescannt wird. Dasselbe funktioniert in der U-Bahn, der Elizabeth Line und auch in den Bussen. Das System berechnet automatisch immer den günstigsten Preis und deckelt eure Kosten. Bewegt ihr euch hauptsächlich in den Zonen 1 und 2, zahlt ihr maximal ca. 8,90 £ pro Tag – ganz egal, wie oft ihr unterwegs seid. So spart ihr nicht nur Geld, sondern auch Zeit und müsst euch um Fahrkarten überhaupt keine Gedanken machen.

London bei Nacht

Sobald die Sonne untergeht, zeigt London noch einmal eine völlig andere Seite. Die Stadt wirkt lebendiger als am Tag – überall sind Menschen unterwegs, Straßenmusiker sorgen für Stimmung und die beleuchteten Gebäude verleihen der Stadt eine ganz besondere Atmosphäre. Vor allem der Elizabeth Tower mit dem Big Ben und das Parlament werden nachts eindrucksvoll angestrahlt und ziehen sofort alle Blicke auf sich. Die Westminster Bridge, die am frühen Morgen noch fast menschenleer war, war am Abend kaum wiederzuerkennen. Überall herrschte reges Treiben und genau dann spürt man, wie London nachts erst richtig zum Leben erwacht. Für uns gehört ein Spaziergang entlang der beleuchteten Themse deshalb zu den schönsten Erlebnissen eines London-Besuchs. Doch lange hielten wir die Menschenmassen nicht aus und kehrten Abends wieder gemütlich nach Paddington zurück.

Falls ihr unsere Reise durch Südengland weiter verfolgen wollt und weitere Tipps für eure nächste England reise möchtet, dann schaut bei dem nächsten Beitrag gerne mal vorbei. Roadtrip England