Philippinen
Philippinen – Unser Start ins Paradies
Anreise
Unsere Reise auf die Philippinen begann in Frankfurt. Von dort aus flogen wir zunächst nach Singapur, wo wir einige Stunden Aufenthalt hatten. Genau die richtige Gelegenheit, um nach dem langen Flug kurz durchzuatmen und die ersten Eindrücke Asiens aufzusaugen. Singapur wirkt unglaublich modern, sauber und gleichzeitig voller Leben – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Wochen erwarten sollte.
Von dort ging es weiter nach Cebu. Schon beim Landeanflug wurde uns klar, dass diese Reise etwas Besonderes werden würde. Das tiefblaue Meer, die unzähligen kleinen Inseln und das satte Grün der Landschaft machten sofort Lust darauf, endlich anzukommen.
Unser erstes Ziel war Moalboal.
Moalboal – Frühstück im Pool und Sardinen so weit das Auge reicht
Für unsere ersten beiden Nächte hätten wir uns keinen schöneren Ort wünschen können. Unser Airbnb war ein kleines Paradies mit eigenem Privatpool und einer offenen Hütte mitten im tropischen Garten. Einer dieser Orte, an denen man morgens aufwacht und für einen Moment alles um sich herum vergisst.
Das Highlight war definitiv das Frühstück. Statt am Tisch zu sitzen, bekamen wir es direkt auf einem schwimmenden Tablett im Pool serviert. Während ringsherum Palmen im Wind rauschten und die ersten Sonnenstrahlen durch die Blätter fielen, konnten wir kaum glauben, dass dieser Ort tatsächlich existierte.
Abends schlenderten wir noch durch Moalboal, suchten uns ein kleines Restaurant und ließen den ersten Tag bei gutem Essen und dem typisch entspannten Lebensgefühl der Philippinen ausklingen.
Am nächsten Morgen wartete bereits eines der Erlebnisse, auf das wir uns am meisten gefreut hatten.
Moalboal ist weltweit für seine riesigen Sardinenschwärme bekannt – und das Beste daran: Man braucht dafür keine teure Bootstour. Es reicht völlig aus, ein Stück vom Strand hinauszuschwimmen. Hält man sich ungefähr an die Richtung der Schnorcheltouren, findet man sie meist ganz von allein.
Und plötzlich waren sie da.
Millionen Sardinen bewegten sich wie ein einziger lebender Organismus durch das Wasser. Mal öffnete sich der Schwarm, Sekunden später schloss er sich wieder zu einer silbernen Wand. Es war faszinierend zu beobachten, wie perfekt die Tiere miteinander harmonierten.
Doch damit war unser Glück an diesem Tag noch lange nicht vorbei.
Zwischen den Sardinen begegneten wir zwei riesigen Meeresschildkröten, die völlig entspannt durch das Wasser glitten und sich von den Schnorchlern kaum stören ließen.
Als wir dachten, schöner könnte dieser Tag kaum werden, entdeckten wir plötzlich noch eine auffällig gestreifte Schlange mit leuchtend blauen Streifen. Erst später fanden wir heraus, dass es sich um eine hochgiftige Seeschlange handelte. Während wir sie beobachteten, ahnten wir davon allerdings noch nichts – und vielleicht war das auch besser so.
Nach diesem unvergesslichen Vormittag gönnten wir uns einen eiskalten Mangoshake, spazierten noch ein wenig durch das kleine Städtchen und genossen einfach das entspannte Leben in Moalboal.
Manchmal braucht es gar keine großen Sehenswürdigkeiten.
Manchmal reichen ein kleiner Ort, freundliche Menschen, ein frischer Mangoshake und Millionen Sardinen, um einen Ort nie wieder zu vergessen.
Allein am Strand
Unsere nächste Unterkunft war ebenfalls etwas ganz Besonderes. Wieder hatten wir einen eigenen Pool – allerdings nicht, weil das Hotel besonders luxuriös war, sondern weil wir dort tatsächlich fast die einzigen Gäste waren.
Abends liefen wir hinunter an den Strand.
Dort standen nur ein paar einzelne Fischer mit ihren kleinen Booten im Wasser. Keine Menschenmassen, keine Musik, keine Bars. Nur das leise Rauschen der Wellen, das Klappern der Fischerboote und ein Sonnenuntergang, der den Himmel in warme Orange-, Rot- und Lilatöne tauchte.
Es waren genau diese ruhigen Momente, die unsere Reise so besonders machten.
Nicht die Orte, an denen hunderte Menschen gleichzeitig ein Foto machen wollten.
Sondern die Momente, in denen man einfach innehält und merkt, wie unglaublich schön die Welt sein kann.
Ein Wasserfall im nirgendwo
Montpellier Alegria, Cebu, Philippines
Manche Orte findet man auf jeder Reiseliste. Andere entdeckt man nur, wenn man sich einfach treiben lässt.
Genau so ging es uns an diesem Tag.
Wir hatten von einem Wasserfall gehört, doch je länger wir unterwegs waren, desto mehr fragten wir uns, ob es ihn überhaupt gab. Es gab keinen ausgeschilderten Parkplatz, keine Hinweisschilder und eigentlich nichts, was darauf hindeutete, dass sich irgendwo zwischen den Bergen ein Wasserfall versteckte.
Also fuhren wir weiter.
Ewig lang ging es über kurvige Straßen die Berge hinauf und wieder hinunter. Irgendwann beschlossen wir einfach am Straßenrand anzuhalten.
Keine Minute später kam ein Mann aus einem kleinen Trampelpfad auf uns zu. Mit einem Lächeln erklärte er uns, dass er den Wasserfall kenne und uns dorthin führen könne.
Heute würde ich wahrscheinlich zweimal darüber nachdenken.
Damals folgten wir ihm einfach.
Er führte uns einen schmalen Pfad entlang, der sich an einem steilen Abhang vorbeischlängelte. Der Regen hatte große Teile des Weges weggespült, an manchen Stellen bestand der Boden nur noch aus losem Erdreich. Links ragten Palmen in den Himmel, rechts ging es mehrere Meter in die Tiefe.
Zwischendurch mussten wir sogar über die Überreste einer eingestürzten Brücke klettern. Eigentlich war sie längst keine Brücke mehr, sondern nur noch riesige Felsbrocken, über die wir vorsichtig unseren Weg suchten.
Im Nachhinein betrachtet war es wahrscheinlich nicht die vernünftigste Entscheidung, einem völlig fremden Menschen mitten im Nirgendwo zu folgen. Es hätte genauso gut ganz anders ausgehen können.
Doch manchmal wird Vertrauen belohnt.
Plötzlich erhaschten wir einen Blick über den traumhaften Wasserfall. Das glasklare Wasser floss in ein natürliches Becken, umgeben von Palmen, Felsen und dichtem Grün. Kein Zaun, kein Kassenhäuschen, keine Menschenschlange.
Nur wir.
Kurze Zeit später kamen auch seine beiden kleinen Töchter und sein Hund den Weg hinunter. Gemeinsam sprangen wir ins Wasser, lachten miteinander und unterhielten uns mit Händen, Füßen und ein paar englischen Worten.
Es war einer dieser Momente, die man niemals planen kann.
Keine gebuchte Tour.
Kein Programmpunkt.
Einfach eine Begegnung mit Menschen, die wir wahrscheinlich nie wiedersehen werden – und genau deshalb unvergesslich bleiben. Wir erabschiedeten uns später bei der Familie nachdem sie uns noch kurz in ihre Hütte zum verweilen einluden. Wobei Hütte relativ war wie saßen auf eine Bank am Rand des Pfades und sahen auf ein lichtes Dach und ein paar einzelne Bleche die als Wände dienten. Das „Haus“ war völlig offen und man konnte durch es hindurchsehen und doch halfen sie uns ohne Eigennutzen zu dem Wasserfall, da war es verständlich das wir jedem von ihnen zum Dank etwas Geld gaben.
Dem größten Hai der Welt ganz nah
Schon vor unserer Reise wusste ich, dass ich mich einer meiner größten Ängste stellen wollte.
Walhaie. Die größten Fische der Welt. Allein der Gedanke daran ließ mein Herz schneller schlagen. Obwohl ich wusste, dass sie vollkommen friedlich sind, hatte ich großen Respekt davor, ihnen im offenen Meer zu begegnen. Über unsere Vermieter bekamen wir die Telefonnummer einer Frau, die kleine Touren organisierte. Anstatt einer großen Gruppe sollte es nur ein kleines Boot werden – genau das, was wir uns gewünscht hatten.
Wir schrieben ihr noch am selben Abend und bereits für den nächsten Morgen stand der Termin fest.
Um fünf Uhr klingelte der Wecker. Noch vor Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg. Vor Ort erhielt jedes Boot zunächst eine Nummer. Während wir warteten, wurden allen Besuchern die Regeln erklärt.
Abstand zu den Tieren halten, sie niemals berühren, nichts ins Wasser fallen lassen und ihren Weg niemals blockieren.
Das Tierwohl stand hier eindeutig an erster Stelle. Ich war ehrlich gesagt skeptisch. Immer wieder liest man Berichte über Touristenattraktionen, bei denen Tiere leiden müssen. Genau davor hatte ich Angst. Unser Guide Aylin nahm sich deshalb viel Zeit und erklärte uns ganz genau, wie das Ganze funktioniert. Die Walhaie werden täglich mit einer kleinen Menge Plankton gefüttert. Nicht, weil sie darauf angewiesen wären, sondern weil sie dadurch freiwillig immer wieder an diesen Ort zurückkehren. Würde dort nicht mehr gefüttert werden, würden sie einfach weiterziehen und sich wie gewohnt ihre Nahrung im offenen Meer suchen – was sie ohnehin den Großteil des Tages tun.
Die Portionen, die sie dort bekommen, sind für diese riesigen Tiere letztlich kaum mehr als ein kleiner Snack.
Der einzige erkennbare Nachteil ist, dass sie kleinen Booten gegenüber deutlich zutraulicher geworden sind.
Ansonsten wird streng darauf geachtet, dass niemand die Tiere berührt oder ihnen zu nahe kommt. Unser Guide beobachtete die gesamte Gruppe aufmerksam und griff sofort ein, wenn sich jemand nicht an die Regeln hielt.
Meine anfängliche Skepsis verschwand deshalb erstaunlich schnell. Und dann war es endlich so weit. Wir sprangen ins Wasser. Zum ersten Mal einen Walhai unter sich vorbeigleiten zu sehen, lässt sich kaum beschreiben. Diese Tiere wirken gleichzeitig unvorstellbar riesig und unglaublich elegant. Lautlos schweben sie durch das Wasser, als würden sie überhaupt nichts aus der Ruhe bringen. Einmal schwamm einer direkt unter uns hindurch, so dass ich im letzten Moment die Beine anziehen konnte. Ein anderes Mal beobachtete ich gerade einen Walhai neben mir, als plötzlich ein zweiter direkt auf mich zukam. Vor lauter Staunen hatte ich ihn überhaupt nicht bemerkt. Erst im letzten Moment sah ich den riesigen Kopf vor mir auftauchen und paddelte panisch zur Seite. Wahrscheinlich hätte er mich ohnehin elegant umschwommen – trotzdem schlug mein Herz bis zum Hals. Im Nachhinein können wir beide herzlich darüber lachen. Am Ende waren wir die Letzten im Wasser. Unser Bootsführer musste uns schließlich regelrecht zurückrufen, weil wir einfach nicht mehr hinaus wollten.
Diese Giganten aus nächster Nähe erleben zu dürfen, war ohne Zweifel eines der beeindruckendsten Erlebnisse unserer gesamten Reise. Und vielleicht war ich danach auf etwas ganz Besonderes stolz. Nicht nur darauf, Walhaie gesehen zu haben. Sondern darauf, mich meiner Angst gestellt zu haben.
Zwischen Gewitterwolken und den Bergen
Osmeña Peak – Über den Wolken von Cebu
Nach den Erlebnissen im Wasser zog es uns noch einmal hoch hinaus.
Unser Ziel war der Osmeña Peak, der höchste Punkt der Insel Cebu. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis. Die Straße schlängelte sich durch kleine Dörfer, vorbei an grünen Hügeln und unzähligen Palmen. Je höher wir kamen, desto frischer wurde die Luft und desto spektakulärer wurde die Landschaft.
Am Fuße des Berges wartete bereits unsere lokale Führerin auf uns. Für den Aufstieg benötigt man einen Guide – und ehrlich gesagt macht genau das den Ausflug noch authentischer.
Die Wanderung selbst ist überraschend einfach und auch für ungeübte Wanderer gut zu schaffen. Doch während wir den schmalen Pfad hinaufgingen, verdunkelte sich der Himmel über uns.
In der Ferne hörte ich das erste Donnergrollen.
Ich weiß noch genau, wie ich nach oben blickte und mich fragte, ob es wirklich eine gute Idee war, jetzt noch weiterzugehen. Die dunklen Wolken kamen immer näher und für einen kurzen Moment spielte ich tatsächlich mit dem Gedanken umzudrehen.
Doch wir liefen weiter.
Zum Glück.
Als wir den Gipfel erreichten, standen wir plötzlich zwischen den markanten, gezackten Felsformationen, für die der Osmeña Peak so bekannt ist. Vor uns erstreckte sich eine Landschaft, die fast unwirklich wirkte. Sanfte grüne Hügel wechselten sich mit schroffen Kalksteinfelsen ab, während dahinter das tiefblaue Meer in der Ferne glitzerte.
Die Gewitterwolken verliehen der ganzen Szenerie sogar noch etwas Dramatisches. Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen.
Es war einer dieser Ausblicke, für die sich jeder einzelne Schritt gelohnt hat.
Cebu City – Weihnachten beginnt hier im Oktober
Nach den ruhigen Tagen in der Natur führte uns unsere Reise schließlich nach Cebu City.
Für eine Nacht bezogen wir ein Apartment im 14. Stock eines Hochhauses. Eigentlich liebe ich Ausblicke von oben – doch kurz zuvor hatte es eine Erdbebenwarnung gegeben. Ich muss zugeben, dass mir deshalb beim Betreten des Aufzugs ein wenig mulmig war.
Zum Glück blieb alles ruhig.
Am Abend standen wir am Fenster und blickten über das Lichtermeer der Stadt. Tausende kleine Lichter zogen sich bis zum Horizont und machten deutlich, wie riesig Cebu City eigentlich ist. Dieser Ausblick war jede Unsicherheit sofort wert.
Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt zu Fuß.
Zwischen den Straßen hingen bunte Regenbogenschirme, die den Gassen einen ganz besonderen Charme verliehen. Überall herrschte geschäftiges Treiben, kleine Essensstände lockten mit den unterschiedlichsten Gerüchen und an jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken.
Besonders überrascht hat uns allerdings etwas anderes.
Wir waren im Oktober dort.
Und trotzdem befand sich die gesamte Stadt bereits im Weihnachtsfieber.
Die Einkaufszentren waren vollständig dekoriert, riesige Weihnachtsbäume standen in den Eingangshallen, überall erklang Weihnachtsmusik und auf großen Bildschirmen lief bereits der Countdown bis Weihnachten.
So früh haben wir Weihnachtsstimmung noch nirgendwo auf der Welt erlebt. In Cebu City steht auch das erste Kreuz das auf die Philippinen gebracht wurde.
Monastery of the Holy Eucharist – Simala
Einer der bewegendsten Orte unserer Reise war das Monastery of the Holy Eucharist in Simala, oft einfach Simala Shrine genannt.
Schon die Anfahrt beeindruckt. Über eine große Brücke gelangt man zu einer Kirche, die eher an ein Schloss erinnert als an ein gewöhnliches Gotteshaus. Türme, Verzierungen und aufwendig gestaltete Fassaden lassen den gesamten Komplex beinahe märchenhaft wirken.
Doch das Beeindruckendste war nicht die Architektur.
Es waren die Menschen.
Für viele Menschen hier ist dieser Ort ein Platz voller Hoffnung.
Im Inneren der Kirche entdeckten wir unzählige Briefe, Fotos und persönliche Gegenstände. Besonders bewegend waren die kleinen Teddybären und Spielsachen, die gemeinsam mit Briefen in Vitrinen lagen. Viele Familien baten hier für ihre kranken Kinder um Hilfe und Hoffnung.
Dieser Anblick ging mir unglaublich nah.
Von außen wirkt alles prachtvoll und wunderschön.
Doch hinter jeder Kerze, jedem Brief und jedem kleinen Kuscheltier verbarg sich ein Mensch, der sich nichts sehnlicher wünschte als ein kleines Wunder.
Draußen brannten hunderte bunte Kerzen.
Sie tauchten den gesamten Platz in warme Farben und schufen eine wunderschöne Atmosphäre.
Doch gleichzeitig erinnerte jede einzelne Kerze daran, dass sie aus einem oft sehr traurigen Grund angezündet wurde.
Gerade dieser Kontrast machte diesen Ort für uns so besonders.
Nicht nur wegen seiner beeindruckenden Architektur.
Sondern wegen der Geschichten der Menschen, die ihn mit Leben füllen.
Bohol – Die kleinsten Primaten der Welt
Eines unserer absoluten Highlights auf Bohol war der Besuch des Philippine Tarsier Sanctuary bei Corella. Dort leben die berühmten Koboldmakis – die kleinsten Primaten der Welt – geschützt in ihrem natürlichen Lebensraum.
Damit die Tiere keinen Stress haben, werden die Besucher nur in sehr kleinen Gruppen durch das Schutzgebiet geführt. Unser Guide erklärte uns, dass jeden Morgen ein Mitarbeiter durch den Wald läuft und nach den schlafenden Tieren sucht. Erst dann werden die Besucher zu ihnen geführt.
Insgesamt entdeckten wir drei Koboldmakis.
Sie waren noch viel kleiner, als wir sie uns vorgestellt hatten. Fast hätte man sie zwischen den Ästen übersehen – wären da nicht ihre riesigen Augen gewesen. Tatsächlich sind ihre Augen größer als ihr Gehirn, und wenn man sie zum ersten Mal sieht, versteht man auch warum.
Besonders schön fanden wir, dass die Tiere nicht in Käfigen leben. Es gibt lediglich eine einfache Holzabsperrung, damit Besucher genügend Abstand halten. Ansonsten bleiben die Koboldmakis völlig frei in ihrem eigenen Naturschutzgebiet.
Es war eine wunderschöne Erfahrung zu sehen, dass Tourismus und Artenschutz hier Hand in Hand gehen können.
Eine Cenote und ein verstecktes Reisfeld
Auf Bohol besuchten wir außerdem eine wunderschöne Cenote. Bereits in Mexiko hatten wir einmal in einer Cenote gebadet, doch auch dieses Mal war es wieder faszinierend. Das glasklare Wasser, die steilen Felswände und die Ruhe an diesem Ort machten ihn zu etwas ganz Besonderem. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Naturwunder unsere Erde hervorbringt.
Später machten wir uns auf den Weg zu einem abgelegenen Reisfeld mitten in den Bergen. Die Anfahrt war allerdings alles andere als einfach. Die schmalen Wege wurden immer steiler und matschiger, bis wir mit unserem Mietwagen schließlich nicht mehr weiterkamen. Wir mussten ein Stück rückwärts den Hang hinunterfahren und einen anderen Weg suchen.
Schließlich trafen wir eine ältere Einheimische, die uns den restlichen Weg zeigte. Wenige Minuten später standen wir mitten in der Natur – vollkommen allein. Vor uns erstreckten sich leuchtend grüne Reisterrassen, umgeben von Palmen und Hügeln. Kein Lärm, keine Touristen, nur wir und diese unglaubliche Aussicht.
Genau solche Orte sind es, die eine Reise unvergesslich machen.
Mit dem Roller über Bohol
Um Bohol richtig zu entdecken, liehen wir uns für einen Tag einen Motorroller. Für uns die schönste Art, eine Insel kennenzulernen. Man hält dort an, wo es einem gefällt, entdeckt kleine Orte und erlebt die Landschaft viel intensiver.
Unterwegs besuchten wir einige der schönsten Strände der Insel, darunter den Dumaluan Beach, den Alona Beach und den ruhigeren White Beach. Feiner, heller Sand, türkisfarbenes Wasser und Palmen – fast genauso, wie man sich die Philippinen vorstellt.
Ein weiteres Highlight war der Dinghua Temple. Hoch oben auf einem Berg gelegen bietet er nicht nur einen fantastischen Ausblick über die Insel, sondern beeindruckt auch mit seinen kunstvollen Säulen, den aufwendig gestalteten Gebäuden und der ruhigen Atmosphäre. Schmunzeln mussten wir allerdings, als plötzlich ein Hund ganz selbstverständlich über das Dach des Tempels spazierte – ein Anblick, den wir wohl so schnell nicht vergessen werden.
Auch das National Museum of the Philippines – Bohol in Tagbilaran hat uns positiv überrascht. Dort erfährt man viel über die Geschichte, Kultur und Tierwelt der Insel und bekommt noch einmal einen ganz anderen Blick auf Bohol.
Es war genau diese Mischung aus Natur, Kultur und spontanen Erlebnissen, die uns auf der Insel so begeistert hat.
Ein letzter Blick über Cebu
Bevor unsere Reise langsam zu Ende ging, fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Cebu City. Von dort hatte man einen beeindruckenden Blick über die Stadt, die sich bis ans Meer erstreckte.
Als wir ankamen, fand dort gerade ein Kunstwettbewerb statt. Zahlreiche Künstler saßen mit ihren Leinwänden an den verschiedensten Plätzen und malten ihre ganz persönliche Interpretation dieser Aussicht. Es war faszinierend zu beobachten, wie unterschiedlich derselbe Ort gesehen werden kann. Manche Bilder waren unglaublich detailreich, andere eher abstrakt – doch jedes einzelne erzählte seine eigene Geschichte.
Wir blieben eine ganze Weile dort, schauten den Künstlern bei ihrer Arbeit zu und genossen noch einmal den Ausblick. Es war ein ruhiger Abschluss einer Reise voller Abenteuer und einer dieser Momente, die man gar nicht geplant hatte und die einem gerade deshalb besonders in Erinnerung bleiben.
Schokolade, Regen und die Chocolate Hills
Bevor wir die berühmten Chocolate Hills besuchten, machten wir einen Stopp auf einer kleinen Schokoladenplantage – und rückblickend war das einer der authentischsten Ausflüge unserer gesamten Reise.
Schon beim Rundgang durch die Plantage lernten wir die verschiedenen Kakaobäume kennen und erfuhren, wie viel Arbeit hinter einer einzigen Tafel Schokolade steckt. Das Schönste war jedoch, dass wir selbst mit anpacken durften. Wir ernteten Kakaofrüchte direkt vom Baum und öffneten sie anschließend von Hand. Erst dort wurde uns bewusst, wie wenig die frische Kakaofrucht mit der Schokolade gemeinsam hat, die wir von zu Hause kennen.
Wie perfekt geplant schien es, als plötzlich der Himmel seine Schleusen öffnete. Während draußen der tropische Regen auf die Blätter prasselte, saßen wir geschützt unter einer einfachen Holzhütte mit offenen Seiten. Dort zeigte man uns Schritt für Schritt, wie aus den Kakaobohnen schließlich Kakao entsteht. Am Ende durften wir den frisch zubereiteten Kakao probieren – dazu gab es süße Reisröllchen und frisch geerntete Maracujas. Eine Gastfreundschaft, die wir auf den Philippinen immer wieder erleben durften.
Besonders schön war auch die Begegnung mit zwei deutschen Studentinnen, die ebenfalls an der Tour teilnahmen. Gemeinsam unterhielten wir uns über unsere Reisen, tauschten Erfahrungen aus und verbrachten trotz des Regens einen richtig schönen Vormittag.
Ein besserer Einstieg zu den Chocolate Hills hätte es kaum geben können.
Wenig später standen wir schließlich vor einem der bekanntesten Wahrzeichen der Philippinen. Die Chocolate Hills bestehen aus mehr als 1.200 nahezu perfekt geformten Kalksteinhügeln, die sich über die Landschaft Bohols verteilen. Während der Trockenzeit färbt sich das Gras braun – daher stammt auch ihr Name, denn dann erinnern die Hügel an unzählige Schokoladenkugeln.
Als wir dort waren, leuchteten sie in sattem Grün. Einer reihte sich harmonisch an den nächsten und gemeinsam wirkten sie fast wie eine gemalte Landschaft. Nach einigen Treppenstufen erreichten wir die Aussichtsplattform. Von dort bot sich ein Panorama, das auf Fotos kaum einzufangen ist. Egal, in welche Richtung man blickte – überall erstreckten sich diese außergewöhnlichen, sanft geschwungenen Hügel bis zum Horizont.
Ein Ort, der zeigt, dass die Natur manchmal die schönsten Kunstwerke erschafft.
18 Tage, die wir nie vergessen werden
Nach insgesamt 18 Tagen hieß es Abschied nehmen – und das fiel uns alles andere als leicht.
Die Philippinen haben uns mit ihrer unglaublichen Vielfalt begeistert. Traumhafte Strände, dichter Dschungel, beeindruckende Berge, türkisblaues Meer und eine faszinierende Unterwasserwelt – kaum ein anderes Land bietet so viele unterschiedliche Erlebnisse auf einer Reise.
Was uns aber am meisten in Erinnerung bleiben wird, sind die Menschen. Überall wurden wir freundlich empfangen, mit einem Lächeln begrüßt und hatten das Gefühl, wirklich willkommen zu sein.
Auch kulinarisch hat uns das Land überrascht. Wir probierten viel Streetfood und hatten während der gesamten Reise keinerlei Probleme. Gerade die kleinen, unscheinbaren Stände servierten oft das leckerste Essen.
Hinzu kommt, dass die Philippinen trotz all ihrer Schönheit noch immer ein vergleichsweise günstiges Reiseziel sind. Wunderschöne Unterkünfte mit Privatpool, gutes Essen und unvergessliche Erlebnisse sind hier oft deutlich erschwinglicher, als man zunächst vermuten würde.
Die Philippinen sind für uns weit mehr als nur ein Reiseziel geworden. Sie sind ein Land voller Abenteuer, Begegnungen und Momente, die uns noch lange begleiten werden. Und genau deshalb sind wir uns sicher: Das war nicht unser letzter Besuch.