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Anreise & ATAC Metrebus Roma Ticket

Für unser verlängertes Wochenende entschieden wir uns ganz bewusst für ein Hotel etwas außerhalb der Innenstadt. Die Unterkünfte sind dort meist günstiger, ruhiger und dennoch hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Jeden Morgen stiegen wir einfach in die Bahn und standen kurze Zeit später mitten im Herzen der Ewigen Stadt.

Mein Tipp ist das ATAC Metrebus Roma Ticket. Je nach Aufenthaltsdauer gibt es 24-, 48- und 72-Stunden-Tickets sowie Wochenkarten. Damit könnt ihr unbegrenzt Metro, Busse, Straßenbahnen und die städtischen Regionalbahnen innerhalb Roms nutzen. Gerade wenn ihr nicht direkt im Zentrum wohnt, spart ihr damit nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit. Wir mussten uns während unseres gesamten Aufenthalts kein einziges Mal Gedanken über Fahrkarten machen und konnten einfach spontan überall ein- und aussteigen.

Das Kolosseum

Mit der ersten Bahn des Tages machten wir uns auf den Weg zum Kolosseum. Als wir die Metro verließen und das Amphitheater zum ersten Mal vor uns auftauchte, bekam ich ehrlich gesagt Gänsehaut. Ich konnte kaum glauben, dass ich nun wirklich hier stand.

Mein kleines Archäologenherz schlug so schnell wie nie zuvor. Als Kind wollte ich unbedingt Archäologin werden und meine Begeisterung für die römische Geschichte ist bis heute geblieben. Für ein Schulprojekt baute ich damals gemeinsam mit meiner Schwester das Kolosseum komplett aus Pappe nach. Stundenlang saßen wir auf dem Boden des Kinderzimmers, während im Hintergrund immer wieder Für immer jung im Kasettenrekorder lief. Bis heute verbinde ich dieses Lied mit dieser Erinnerung – und mit meinem Traum, diesen Ort irgendwann einmal mit eigenen Augen zu sehen.

Viele Jahre später nun tatsächlich davorzustehen, war einer der emotionalsten Momente unserer Reise. Rom schlief noch. Die Straßen waren fast menschenleer, die kleinen Gassen angenehm ruhig und wir konnten in aller Ruhe frühstücken, bevor die Stadt langsam erwachte.

Anschließend betraten wir Mittags mit unserem Ticket das Innere des Kolosseums. Erst dort wird einem bewusst, welche gewaltige Ingenieursleistung dieses Bauwerk vor fast 2.000 Jahren gewesen sein muss. Von jeder Ebene eröffnet sich ein neuer Blickwinkel und man beginnt automatisch darüber nachzudenken, welche Geschichten sich genau an diesem Ort abgespielt haben. Für mich ging hier ein echter Kindheitstraum in Erfüllung.

Trevi-Brunnen

Ich bin ehrlich gesagt unglaublich froh, dass wir bereits im Mai 2024 dort waren. Mittlerweile sorgen der enorme Besucherandrang und zeitweise eingerichtete Zugangsbeschränkungen dafür, dass der Bereich rund um den Brunnen deutlich unattraktiver geworden ist. 

Wir waren bereits früh am Morgen dort. Zwar waren schon einige Menschen unterwegs, dennoch konnten wir unsere Kamera einfach aufstellen, Bilder ohne andere Personen machen und diesen wunderschönen Ort ganz in Ruhe genießen.

Wenn ich heute Bilder mit den Menschenmassen und Absperrungen sehe, macht mich das tatsächlich etwas traurig. Natürlich verstehe ich, warum diese Maßnahmen notwendig sind, aber ein Stück der besonderen Atmosphäre geht dadurch verloren. Der Trevi-Brunnen lebt von seiner Romantik – vom Rauschen des Wassers, den kunstvollen Skulpturen und dem Gefühl, für einen Moment mitten in einem italienischen Film zu stehen. Als es dann noch anfing zu Regnen war es wirklich für einen kurzen Moment wie im Film, als ich aufblicke in den Himmel und die Regentropfen mein Gesicht benetzten während ich vor dem beeindruckenden Brunnen stand.

Die Spanische Treppe

Auch an der Spanischen Treppe hatten wir unglaubliches Glück. Nur vereinzelt spazierten Menschen die Stufen hinauf oder hinunter und wir konnten diesen berühmten Ort fast ganz für uns alleine erleben.

Mein größter Tipp für Rom – und eigentlich für jede Großstadt – lautet deshalb: Steht früh auf.

Während die meisten Touristen noch beim Frühstück sitzen, gehören euch die schönsten Plätze der Stadt. Nachmittags könnt ihr dann entspannt durch die kleinen Gassen schlendern, während sich die Menschenmassen an den bekannten Sehenswürdigkeiten sammeln.

Die Spanische Treppe wirkt in Wirklichkeit noch viel beeindruckender als auf Fotos. Elegant, imposant und gleichzeitig erstaunlich harmonisch fügt sie sich zwischen die historischen Gebäude ein. Für mich gehört sie definitiv zu den schönsten Orten der Stadt.

Mein Geheimtipp über den Dächern Roms

Ihr wisst inzwischen wahrscheinlich, dass ich kein großer Fan von Großstädten bin. Nach kurzer Zeit zieht es mich immer in Parks, Gärten über den Dächern der Stadt oder an ruhige Orte.

Genau so einen Ort fanden wir oberhalb der Spanischen Treppe. Die Villa Borghese mit der wunderschönen Aussichtsterrasse Terrazza del Pincio wurde für mich zu einem der schönsten Plätze der gesamten Reise.

Von hier blickt ihr über die Dächer Roms bis hin zum Petersdom. Straßenmusiker spielen zwischen den Bäumen, überall laden Bänke zum Verweilen ein und zwischen mächtigen Pinien, hohen Palmen und zahlreichen Marmorstatuen vergisst man den Trubel der Stadt vollkommen. Direkt daneben liegt die eindrucksvolle Villa Medici, die dem Ort noch mehr historischen Charme verleiht.

Für mich war das einer der wenigen Plätze, an denen Rom plötzlich ganz ruhig wirkte – und genau deshalb einer meiner absoluten Lieblingsorte.

Forum Romanum & Palatin

Natürlich durfte auch das Forum Romanum mit dem Palatin nicht fehlen.

Zwischen den alten Säulen, Triumphbögen und Tempelresten spaziert man praktisch durch das politische Zentrum des antiken Roms. Es ist faszinierend zu sehen, welche gewaltigen Bauwerke hier einst standen.

Leider wurden viele Gebäude von nachfolgenden Herrschern zerstört oder als Baumaterial wiederverwendet. Umso beeindruckender sind die erhaltenen Statuen, Mosaike, Wandmalereien und archäologischen Fundstücke, die heute noch besichtigt werden können.

Wer sich schon immer für die Geschichte der Römer interessiert hat, wird diesen Ort lieben. Mein persönlicher Tipp: Schaut euch vor eurer Reise die Serie Rome an. Viele Ereignisse und Zusammenhänge versteht man anschließend viel besser und erlebt diesen Ort mit ganz anderen Augen.

Das Pantheon

Nachdem wir den Park verlassen hatten, liefen wir weiter zum Pantheon.

Schon von weitem fallen die gewaltigen Granitsäulen und die berühmte Inschrift „M·AGRIPPA·L·F·COS·TERTIVM·FECIT“ ins Auge – übersetzt: „Marcus Agrippa, Sohn des Lucius, ließ dieses Bauwerk während seines dritten Konsulats errichten.“ Obwohl das heutige Pantheon erst unter Kaiser Hadrian entstand, ließ dieser die ursprüngliche Widmung bewusst bestehen. Ein kleines Detail, das zeigt, welchen Stellenwert Geschichte bereits für die Römer selbst hatte.

Hier bemerkten wir zum ersten Mal, wie sehr sich die Stadt inzwischen gefüllt hatte. Rund um das Pantheon herrschte deutlich mehr Betrieb als noch am Morgen. Genau deshalb blieben wir nur kurz – die ruhigen Morgenstunden hatten uns gezeigt, wie besonders Rom sein kann, wenn die Stadt gerade erst erwacht.

Dolce Vita

Natürlich durfte auch das italienische Essen nicht fehlen.

Eines meiner absoluten Highlights war das berühmte Zitroneneis von La Lemonia. Dort wird das cremige Zitroneneis direkt in einer ausgehöhlten Amalfi-Zitrone serviert – nicht nur unglaublich lecker, sondern auch eines der schönsten kulinarischen Souvenirs für ein Foto.

Ebenso begeistert waren wir vom Tiramisu bei Two Sizes. Das kleine Dessert wird dort in den bekannten transparenten Bechern serviert und ist inzwischen fast schon eine Institution in Rom. Es gibt verschiedene Sorten, aber das klassische Tiramisu war für mich das einzig wahre.

Natürlich durfte auch knusprige Pizza von Forno Monteforte, frische Pasta und ein Aperol in der Nachmittagssonne nicht fehlen.

Am schönsten waren für uns aber die Momente, in denen wir völlig planlos durch die Straßen liefen. Rom braucht eigentlich keinen festen Plan. Hinter jeder Ecke wartet eine neue Piazza, ein Obelisk, eine kleine Kirche oder ein Gebäude, das seit Jahrhunderten Teil der Stadtgeschichte ist.

Selbst der Vatikan, den wir nur von außen besuchten und an dessen Platz wir eine Zeit lang einfach die Atmosphäre genossen, fügte sich perfekt in dieses einzigartige Stadtbild ein.

Für mich ist Rom bis heute die schönste Stadt der Welt. Nicht nur wegen des Kolosseums oder der bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern weil wirklich jede Straße ihren ganz eigenen Charme besitzt. Egal, wohin man läuft – überall entdeckt man kleine Plätze, verwinkelte Gassen und Überreste einer Geschichte, die über 2.000 Jahre zurückreicht.

Zum Schluss noch ein Tipp: Nehmt unbedingt eine Trinkflasche mit. Überall in Rom findet ihr die historischen Nasoni, kleine öffentliche Trinkbrunnen mit frischem, kostenlosem Wasser. Gerade im Sommer, als wir dort waren und die Temperaturen weit über 30 Grad lagen, waren sie eine echte Rettung.

Rom hat mich vom ersten Moment an verzaubert. Es ist eine Stadt, die Geschichte und modernes Leben auf eine Weise verbindet, wie ich sie bisher nirgendwo sonst erlebt habe. Für mich sollte jeder Mensch diese Stadt mindestens einmal im Leben besuchen.